IT Kongress 2025 Neu-Ulm | Ulm

Track#4 IT-Recht, 15.45 Uhr, Raum A1.62-63

Compliance-by-Design: SBOM und Open Source unter dem Cyber Resilience Act

digitalwerk GmbH | CTO

Enrico Engel ist CTO bei der digitalwerk GmbH und beschäftigt sich täglich mit der Frage, wie komplexe Systeme nicht nur entwickelt, sondern auch sicher und regelkonform betrieben werden können – am liebsten mit Open Source. Mit einem Background in Mathematik, Softwareentwicklung und jeder Menge Praxiserfahrung bringt er technische Tiefe und strategisches Denken unter einen Hut. Wenn es um Compliance, SBOMs oder den Cyber Resilience Act geht, redet er nicht nur drüber – er baut Lösungen dafür.

JURIBO Anwaltskanzlei | Rechtsanwalt

Kristian G. Borkert ist Gründer der JURIBO Anwaltskanzlei mit Spezialisierung auf IT-Recht, Datenschutz und KI-Recht. Er berät Technologie- und Softwareunternehmen zu NIS 2, Produkthaftung und dem Cyber Resilience Act – insbesondere zur praktischen Implementierung von SBOM-Pflichten. Als Referent verbindet er juristische Klarheit mit praxisnahem Blick auf Entwicklungsprozesse.

Die EU-Kommission fordert mit dem Cyber Resilience Act (CRA) eine sichere Lieferkette – und damit wird die Software Bill of Materials (SBOM)  für Verbraucherprodukte mit digitalen Inhalten zum Pflichtprogramm. Doch wie lassen sich SBOMs konkret im Open Source Umfeld umsetzen, wo oft fehlende Kontrolle und fragmentierte Codebasis vorherrschen? Moderne Fahrzeugsoftware besteht aus tausenden Abhängigkeiten – oft Open Source –, deren Verwaltung in komplexen Projekten schnell an Grenzen stößt.

Ausgehend von realen Pain Points aus der Automotive-Entwicklung werden Lösungsansätze vermittelt, um regulatorische Anforderungen wie den Cyber Resilience Act mit Hilfe automatisierter Werkzeuge und Software Bill of Materials (SBOMs)effizient umzusetzen.

Zunächst wird erläutert, wie der CRA in den Gesamtzusammenhang von Digitaler Souveränität, NIS2-Richtlinie und Produkthaftung eingebettet ist und welche unmittelbaren Konsequenzen sich daraus für Hersteller, Importeure und Integratoren ergeben. Im Mittelpunkt steht die Software Bill of Materials (SBOM) als zentrales Compliance-Werkzeug: Es wird aufgezeigt, wie Offenlegungspflichten, Aktualitätsanforderungen und Rückverfolgbarkeitsprozesse im Einklang mit regulatorischen Vorgaben realisiert werden können und diskutieren das Spannungsfeld zwischen Open-Source-Nutzung, Lizenzverantwortung und Haftungsrisiken.

Im Fokus stehen die frühe Risikoerkennung, nachhaltige Compliance und der reduzierte Aufwand beim Open-Source-Management über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Im praktischen Teil demonstriert digitalwerk live den automatisierten Aufbau, die Validierung und Delta-Prüfung einer SBOM inklusive Schwachstellen-Scan. Zum Abschluss besteht Raum für Fragen, Anmerkungen und den gemeinsamen Austausch von Erfahrungen.